Walnuss veredeln
Das Walnuss veredeln ist eine bewährte Methode, um schneller zu einem ertragreichen Baum mit gesicherter Fruchtqualität zu gelangen. Der Walnussbaum (Juglans regia) ist ein imposanter, langsam wachsender Baum, der über 10 Meter hoch werden kann. Seine nahrhaften, schmackhaften Nüsse machen ihn zu einer wertvollen Bereicherung für Gärten. Obwohl er winterhart ist, gedeiht er am besten in wärmeren Klimazonen. Allerdings weiß man bei selbst ausgesäten Walnussbäumen oft nicht, welche Fruchtqualität sie später haben werden. Um die gewünschten Fruchteigenschaften sicherzustellen, kommt daher die Veredelung zum Einsatz.
Vermehrung durch Aussaat und Ableger
Eine der einfachsten Möglichkeiten, einen Walnussbaum zu pflanzen, ist das Aussäen von Nüssen. Ab September kann man die Walnüsse ernten, sobald ihre äußere Schale dunkel wird. Dabei entfernt man das weiche Fruchtfleisch und nutzt nur den inneren Kern für die Aussaat. Alternativ kann man die Nüsse über den Winter mit ihrer Schale in feuchtem Sand lagern. Diese natürliche Kältebehandlung (Stratifikation) hilft ihnen später besser zu keimen. Ab Ende Februar lassen sich die Nüsse in große Töpfe mit spezieller Erde setzen. Sie sollten etwa zwei Zentimeter tief in die Erde kommen und regelmäßig gegossen werden.
Allerdings hat die Aussaat einen Nachteil: Die Bäume wachsen nicht genau wie die Mutterpflanze und brauchen oft bis zu 20 Jahre, bis sie das erste Mal Nüsse tragen. Deshalb ist es sinnvoll, einen Walnussbaum zu veredeln, um schneller eine ertragreiche Pflanze zu bekommen. Wer eine bestimmte Sorte genau nachzüchten möchte, kann die Walnuss außerdem durch Ableger vermehren. Dafür legt man einen langen, bodennahen Trieb in die Erde, fixiert ihn mit einer Metallklammer und wartet etwa ein Jahr. Sobald der Ableger Wurzeln gebildet hat, kann man ihn von der Mutterpflanze trennen und an einen neuen Standort setzen.
Warum sollte man Walnussbäume veredeln?
Das Walnuss veredeln bietet zahlreiche Vorteile:
Schnellerer Fruchtansatz: Während Sämlinge bis zu 20 Jahre brauchen, trägt ein veredelter Baum meist schon nach 4–6 Jahren.
Gesicherte Fruchtqualität: Die Eigenschaften der Mutterpflanze bleiben erhalten.
Höherer Ertrag: Durch gezielte Auswahl lassen sich Bäume mit besonders hohen Erträgen züchten.
Methoden der Walnussveredelung
Stubenveredelung nach WalWal
Eine besondere Veredelungstechnik, die „Stubenveredelung“, wurde von Hans-Sepp Walker entwickelt. Hierbei werden die Walnuss-Sämlinge im Dezember ausgegraben und in Töpfe gesetzt. Nach drei Wochen im warmen Zimmer, sobald sich Knospen bilden, erfolgt die eigentliche Veredelung:
Vorbereitung der Unterlage: Sämlinge werden Mitte Dezember ausgegraben (Triebdicke 1-4 cm), der Trieb auf 10-15 cm eingekürzt und in einen Topf gepflanzt
Klimakontrolle: Der Topf wird mit einer Plastiktüte abgedeckt und in einem warmen Raum gelagert. Nach drei Wochen bilden sich Knospen; jetzt ist Zeit für die Veredelung
Veredelung: Ein Edelreis (junger, kräftiger Trieb vom Vorjahr) wird von der gewünschten Walnuss-Sorte geschnitten.
Der Edelreis wird mit der Unterlage über die Technik der Kopulation physisch verbunden:
Mit einem scharfen Messer schneidet man sowohl am Edelreis als auch an der Unterlage eine gleich große Fläche heraus, sodass beide exakt zusammenpassen. Anschließend legt man die sauberen Schnittflächen präzise aufeinander, um eine stabile Verbindung zu schaffen. Danach umwickelt man die Veredelungsstelle sorgfältig mit Veredelungsband und schützt sie zusätzlich mit einer Schicht Baumwachs. Sobald der Trieb veredelt ist, pflanzt man ihn wieder ein, bringt ihn in ein Zimmer und stülpt eine Plastiktüte darüber, um ein optimales Klima für das Anwachsen zu schaffen. Damit sich die Veredelung erfolgreich entwickelt, entfernt man die Knospen der Unterlage konsequent. Sobald die Knospen des Edelreisers zu treiben beginnen, nimmt man die Plastiktüte ab. Danach härtet man die jungen Pflanzen im Gewächshaus ab, bevor sie ab Mai ins Freiland gepflanzt werden. Bereits nach vier bis sechs Jahren kann man die ersten Früchte ernten.
Plattenokulation zum Walnuss veredeln
Die Plattenokulation bietet Hobbygärtnern eine besonders effektive Möglichkeit, einen Walnussbaum zu veredeln. Idealerweise wendet man diese Technik im Juli an, wenn sich die Bäume in ihrer aktiven Wachstumsphase befinden. Zuerst schneidet man aus einem kräftigen, neuen Trieb vorsichtig ein etwa ein Zentimeter großes Rindenstück mit einer gut entwickelten Knospe heraus und legt es sofort auf Frischhaltefolie, um seine Frische zu bewahren. Danach entfernt man an einem dreijährigen Walnuss-Sämling eine gleich große Stelle aus der Rinde, um eine passgenaue Öffnung zu schaffen. Anschließend setzt man das vorbereitete Rindenstück mit der Knospe exakt in diese Aussparung ein und fixiert es sorgfältig mit Veredelungsgummi, damit es sicher anwächst. In den folgenden Monaten treibt die Knospe allmählich aus. Sobald sich ein kräftiger neuer Trieb gebildet hat, schneidet man den ursprünglichen Haupttrieb oberhalb der Veredelungsstelle ab, um das Wachstum des veredelten Triebs gezielt zu fördern und die erfolgreiche Veredelung zu sichern.
Pflege und Schnitt von Walnussbäumen
Walnussbäume sind relativ pflegeleicht, doch einige Maßnahmen helfen, ihr Wachstum zu fördern:
Schnittmaßnahmen: Falls der Baum zu hoch wächst oder trockene Äste hat, sollten diese direkt nach der Ernte entfernt werden. Dabei ist es wichtig, größere Äste stufenweise zu schneiden, um Risse zu vermeiden. Große Schnittwunden sollten mit Wundverschlussmittel behandelt werden.
Wässern und Düngen: Während Trockenperioden ist eine ausreichende Wasserversorgung essenziell. Eine gelegentliche Gabe von Kompost oder organischem Dünger fördert das Wachstum.
Schutz vor Schädlingen: Junge Bäume sollten vor Nagetieren geschützt werden, insbesondere Walnüsse, die im Boden gelagert werden.
Fazit
Die Walnuss veredeln ist eine bewährte Methode, um schneller zu einem ertragreichen Baum mit hochwertigen Nüssen zu gelangen. Ob durch die Stubenveredelung oder Plattenokulation – mit etwas Geduld und Geschick kann jeder Gärtner seinen eigenen Walnussbaum heranziehen, der nicht nur schneller Früchte trägt, sondern auch die gewünschten Eigenschaften beibehält.
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