Rosenschnitt
Rosen richtig schneiden: Dein umfassender Leitfaden
Damit deine Rosen vital, kompakt und blühfreudig bleiben, solltest du sie im Frühjahr zur Forsythien Blüte schneiden. Dieser Ratgeber zeigt dir die wichtigsten Schnittregeln für verschiedene Rosenklassen und hilft dir, mit der richtigen Technik die Blühte optimal zu fördern.
Warum solltest du Rosen schneiden?
Mit der Zeit verlieren Rosen an Blühkraft und Vitalität. Rosen werden geschnitten, um ihre Gesundheit und Blühkraft zu erhalten. Einer der wichtigsten Gründe für das Rosenschneiden ist die Verjüngung der Pflanze. Durch den gezielten Rückschnitt treiben neue, kräftige Triebe aus, die für eine üppige Blüte sorgen. Zudem hilft der Schnitt, die Gesamtform der Rose zu bestimmen. So wird verhindert, dass die Pflanze nur an den oberen Trieben Blüten bildet, während der untere Bereich kahl bleibt. Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert außerdem die Blühfreudigkeit, da er die Bildung neuer Knospen anregt. Schließlich ist das Entfernen kranker oder abgestorbener Pflanzenteile essenziell, um Krankheiten vorzubeugen und die Pflanze gesund zu halten.
Wann solltest du Rosen schneiden?
Ein gezielter Frühjahrsschnitt sorgt für einen starken Neuaustrieb und beugt Krankheiten vor. Grundsätzlich gilt: Je stärker du schneidest, desto kräftiger treibt die Pflanze aus. Der beste Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Forsythien blühen, bei der Stammrose ist auch ein Herbstschnitt sinnvoll. In kälteren Regionen kann sich der Termin um bis zu 14 Tage verschieben.
Das richtige Werkzeug für den Rosenschnitt
Für lebende Pflanzenteile benötigt man eine hochwertige scharfe Bypass-Schere. Erhältliche Ambos-Scheren
sind ungeeignet, da sie das Pflanzenmaterial quetschen. Für Totholz und zum Zerkleinern des Schnittmaterials ist eine Amboss-Astschere allerdings vorteilhaft. Reinige deine Schere nach jedem Gebrauch, um Krankheitsübertragungen zu vermeiden. Der Gärtner benötigt außerdem ein sogenanntes “hartes Herz”, um Rosen radikal zurück schneiden zu können! Reiniger kaufen
Grundregeln für den Rosenschnitt
Ein regelmäßiger Rosenschnitt hält die Pflanzen gesund und fördert ihre Blühfreudigkeit. Zunächst solltest du abgestorbene und kranke Triebe konsequent entfernen, um Krankheiten vorzubeugen. Setze den Schnitt dabei etwa fünf Millimeter oberhalb einer Knospe leicht schräg an, damit das Wasser gut abfließen kann.
Je nach Rosenart gibt es unterschiedliche Schnitttechniken. Beetrosen und Edelrosen schneidest du auf eine Höhe von 15 bis 20 Zentimetern zurück, um einen kompakten Wuchs und eine reiche Blüte zu fördern. Strauchrosen hingegen werden nur leicht ausgelichtet, da moderne Sorten kaum einen Frühjahrsschnitt benötigen. Bei Kletterrosen hängt der Schnitt von der Blüheigenschaft ab: Einmalblühende Exemplare werden erst nach der Blüte geschnitten, während du öfter blühende Sorten um maximal ein Drittel einkürzen solltest.
Mit diesen Grundregeln sorgst du dafür, dass deine Rosen gesund wachsen und Jahr für Jahr in voller Pracht erblühen.
Videos zum Rosenschnitt:
In Videos vom RosenPark Dräger und vom Pflanzenarzt René Wadas erfahren Sie alles, was Sie schon immer über das Schneiden verschiedener Rosen wissen wollten.
Strauchrosen – Rosenschnitt Teil 1 (Quelle: RosenPark Dräger):
Kletterrosen – Rosenschnitt Teil 2 (Quelle: RosenPark Dräger):
Stammrosen – Rosenschnitt Teil 3 (Quelle: RosenPark Dräger):
Edel und Beetrosen – Rosenschnitt Teil 4 (Quelle: RosenPark Dräger):
Spezifische Schnitttechniken für verschiedene Rosenklassen
Der Rosenschnitt ist eine entscheidende Maßnahme, um die Gesundheit und Blühfreudigkeit von Rosen zu fördern. Dabei unterscheiden sich die Schnitttechniken je nach Rosenklasse erheblich. Im Folgenden werden die spezifischen Schnitttechniken für verschiedene Rosenarten erläutert.
Beetrosen
Beetrosen haben mehrere Blüten an einem Stiel und werden meist beetweise gepflanzt. Sie erreichen eine Endhöhe von 80 bis 120 cm. Damit sie viele Blüten entwickeln, ist es wichtig, dass sie nicht zu langtriebig wachsen.
Rückschnitt für gesundes Wachstum
Bei schwachwachsenden Sorten solltest du die Triebe auf drei bis fünf mit jeweils drei Augen zurückschneiden. Starkwachsende Sorten hingegen werden auf drei bis fünf Triebe mit jeweils fünf Augen reduziert. Zudem empfiehlt es sich, jährlich einen älteren Trieb komplett zu entfernen, um die Verjüngung der Pflanze zu fördern.
Totholz entfernen
Ein tiefer Schnitt ist notwendig, um Totholz an der Basis im Inneren der Pflanze zu beseitigen. Totholz ist braun, trocken und entsteht häufig durch Frostschäden oder mangelndes Licht und Luft im Inneren der Pflanze. Es muss stets vollständig entfernt werden.
Wie wird der Schnitt angesetzt?
Beim Rosenschnitt ist es nicht zwingend erforderlich, die Augen zu zählen oder auf die Schnittrichtung zu achten. Schneide einfach zwischen zwei Augen (Blattknospen am Trieb). Eine Rose wächst genauso kräftig, wie sie geschnitten wird.
Stammrosen
Stammrosen benötigen einen regelmäßigen, kräftigen Rückschnitt, um gesund und blühfreudig zu bleiben. Dabei wird die Krone um etwa zwei Drittel der Trieblänge eingekürzt. Der harte Schnitt fördert kräftiges Triebwachstum und sorgt für viele große Blüten.
Wichtige Schnittmaßnahmen
Schneide die Krone nicht kugelförmig, sondern locker und luftig, um eine gute Durchlüftung zu gewährleisten. Dabei solltest du nicht zu viele Triebe entfernen, um ein Verfilzen der Krone zu vermeiden. Der Schnitt ist bei Stammrosen lebenswichtig, da er die Pflanze verjüngt und kräftigt.
Schutz der Pflanze
Mit zunehmendem Gewicht der Krone steigt die Gefahr, dass der Stamm durch Wind oder Schneelast bricht. Daher ist es wichtig, die Krone anzubinden, um ein Umkippen oder Abbrechen der Pflanze zu verhindern.
Schnittzeitpunkt
Es ist ratsam, die Krone bereits im Herbst einzukürzen. Dies erleichtert das Einpacken der Krone für den Winter und schützt die Pflanze vor Frostschäden.
Edelrosen
Das Ziel beim Rosenschnitt von Edelrosen ist die Bildung langer, gerader Blütenstiele. Daher solltest du starke Triebe auf fünf Augen und schwache Triebe auf drei Augen einkürzen.
Kletterrosen
Kletterrosen benötigen einen gezielten Schnitt, um gesund zu wachsen und reichlich zu blühen. Dabei liegt der Fokus auf dem Auslichten der Pflanze und dem Entfernen von Totholz. Ein Schnitt in verschiedenen Höhen sorgt für einen gleichmäßigen Blütenansatz über die gesamte Höhe der Rose. Der Längenschnitt ist dabei nur zweitrangig.
Öfter blühende Kletterrosen
Ein gezielter Rosenschnitt sorgt dafür, dass Kletterrosen gesund wachsen und üppig blühen. Bei öfter blühenden Sorten solltest du zunächst Triebe entfernen, die sich nicht an einer Rankhilfe führen lassen. Die Verzweigungen entlang der Haupttriebe kürzt du auf drei bis fünf Augen zurück, um das Wachstum neuer Blüten zu fördern. Jüngere, flexible Triebe kannst du waagerecht an Rankhilfen binden, da dies die Blütenbildung zusätzlich anregt.
Einmal blühende Kletterrosen
Einmal blühende Kletterrosen schneidest du erst nach der Blüte. Ab dem dritten Jahr solltest du jährlich einen alten Trieb entfernen, damit die Pflanze verjüngt wird und kräftig nachwächst. Zudem ist es wichtig, schwache oder ungünstig wachsende Triebe konsequent zu beseitigen, um die Rose in Form zu halten und ein harmonisches Wachstum zu gewährleisten. Mit diesem Schnitt bleiben Kletterrosen vital und blühen Jahr für Jahr in voller Pracht.
Kletterrose oder Strauchrose?
Der Übergang zwischen Kletterrosen und Strauchrosen ist fließend, sodass es oft schwerfällt, sie klar zu unterscheiden. Während Kletterrosen von Natur aus kräftiger wachsen, lassen sie sich durch einen gezielten und kräftigen Rückschnitt problemlos wie Strauchrosen in Form halten. Damit lange Triebe nicht unkontrolliert in alle Richtungen wachsen oder sogar umkippen, ist es wichtig, sie rechtzeitig anzubinden. Dabei spielt die Art des Bindens eine entscheidende Rolle: Ein enges Anbinden begrenzt das Triebwachstum im unteren Bereich, während ein lockeres oder waagerechtes Binden mehr Triebe und somit eine größere Blütenfülle an der Basis fördert. Echte Kletterrosen benötigen jedoch zusätzlich ein stabiles Rankgerüst, das ihnen Halt gibt und ihre natürliche Wuchsform optimal unterstützt.
Die Schnittprozedur
Ein sorgfältiger Rosenschnitt beginnt damit, ausreichend Luft und Arbeitsraum zu schaffen. Schneide die Rose zunächst rundherum frei, damit du ungehindert arbeiten kannst. Anschließend kürzt du die Triebe auf die gewünschte Länge, um das Wachstum zu fördern und die Pflanze in Form zu bringen. Danach öffnest du vorsichtig die Anbindeschnüre und ziehst die Triebe auseinander. Entferne dabei großzügig altes oder abgestorbenes Holz, um das Einnisten von Krankheitserregern zu verhindern. Sobald alle unerwünschten Triebe entfernt sind, bindest du die verbleibenden wieder an, um die gewünschte Wuchsrichtung zu erhalten und die Rose optimal zu stützen. Mit dieser Methode bleibt die Rose gesund, gut durchlüftet und blühfreudig.
Strauchrosen
Strauchrosen benötigen keinen radikalen Rückschnitt, sondern einen gezielten Schnitt, der die natürliche Wuchsform erhält und die Pflanze vital hält. Wichtig ist, dass nicht immer nach dem gleichen Muster („Hausmeister-Schnitt“) geschnitten wird. Stattdessen sollte der Schnitt in verschiedenen Höhen erfolgen, um über alle Höhenstufen hinweg Neutriebe und Blüten zu fördern.
Öfter blühende Strauchrosen
Damit öfter blühende Strauchrosen gesund und blühfreudig bleiben, ist ein gezielter Rückschnitt unerlässlich. Zunächst kürzt man die Langtriebe erster Ordnung um ein Drittel ihrer Höhe, sodass die Pflanze ihre Form behält und neue Triebe anregt. Anschließend schneidet man die Verzweigungen zweiter und dritter Ordnung gezielt auf drei bis fünf Augen zurück, wodurch eine üppige Blütenbildung gefördert wird. Außerdem entfernt man schwache oder alte Triebe direkt am Ansatz, damit die Rose ihre Kraft nicht in unnötiges Wachstum steckt, sondern kräftige, gesunde neue Triebe ausbilden kann.
Wildrosen und einmalblühende Strauchrosen
Kein starker Frühjahrsschnitt nötig, da sie am mehrjährigen Holz blühen. Ab dem fünften Jahr sollte jährlich der älteste, dickste Trieb auf Bodenhöhe entfernt werden, um das Wachstum der Pflanze zu unterstützen.
Bodendeckerrosen und Kleinstrauchrosen
Bodendeckerrosen und Kleinstrauchrosen sollten alle drei bis vier Jahre ausgelichtet werden. Zusätzlich ist es empfehlenswert, jährlich alle Triebe aus dem Vorjahr um ein Drittel bis die Hälfte zu kürzen, um eine kompakte Wuchsform zu fördern.
Schnitt zur ständigen Erneuerung
Ein gezielter Schnitt fördert die kontinuierliche Erneuerung der Rose und stärkt ihre Vitalität. Rosentriebe wachsen und altern in einem natürlichen Rhythmus, der sich alle zwei bis drei Jahre wiederholt. Damit die Pflanze langfristig gesund bleibt, muss sie aus einer ausgewogenen Mischung von jungen, mittelalten und älteren Trieben bestehen. Fehlen jedoch junge Triebe, ist ein kräftiger Rückschnitt notwendig, um die Pflanze zur Bildung neuer Triebe zu animieren. In den ein bis zwei darauffolgenden Schnitten kann dann etwas vorsichtiger vorgegangen werden. Um einen gleichmäßigen Erneuerungsprozess zu gewährleisten, wird die Schnitthöhe bei den einzelnen Grundtrieben jedes Jahr variiert.
Umgang mit Totholz
Totholz fördert Krankheiten und behindert den Wuchs neuer Triebe bei Rosen, daher muss Totholz jedes Jahr entfernt werden
Licht und Luft
Jeder einzelne Trieb soll frei und ungehindert wachsen können und genug Licht und
Luft erhalten. Daher sollten dünne und schwache Triebe der Rosen zuerst entfernt werden. Zweighäufungen werden beim Rückschnitt eines Triebes mit entfernt und bringen Luft.
Nach dem Schnitt:
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